Zum Thema Diebstahl

Diebstahl als politisches Statement

Dieser Text beginnt mit einem utopischen Gedankenspiel: Niemand bezahlt mehr in Supermärkten, das gängige Vorgehen besteht aus „Was brauchst du?“ und „Ja, davon ist noch etwas da“ oder eben „Sorry ist leer“.

ALLES FÜR ALLE! Was folgt daraus?

Es gäbe keine Obdachlosigkeit, Verhungern müsste kein Mensch auf dieser Erde, es könnte getan werden was interessiert und begeistert, da kein absoluter Zwang zur Lohnarbeit bestünde. Was nicht heißt das nicht mehr gearbeitet werden würde (gewiss aber weniger! Und klar müssen manche Sachen gemacht werden, alleine schon um die Grundbedürfnisse zu decken – mit Sicherheit aber würde sich das Ganze bei Gleichverteilung wesentlich freier, schöpferischer und für das menschliche Wohl effektiver, gestalten lassen. Es sind genug Ressourcen vorhanden, sie müssen nur richtig verteilt werden.

Eine schöne Utopie, die leider konträr zur aktuellen Realität ist.

Nimmt sich mensch von anderen etwas um mehr zu haben und sich stets nur weiter zu bereichern ist das gewiss nicht unsere Vorstellung. Genau das aber machen Konzerne und Firmen die Mehrwert aus den Ressourcen und den Arbeiter_Innen pressen. Sie sind mit Sicherheit nicht die „rechtmäßigen Besitzer_innen“ der produzierten Waren. Ganz „legal“ wird Umweltzerstörung, Kinderarbeit und Wasserprivatisierung in Kauf genommen.

Aber genau diesen Konzernen einen winzigen Teil ihres Gewinns abzunehmen, wird sofort skandalisiert. Solche Diebstähle werden mit Erfolg emotionalisiert. Es wird so getan als würde damit direkt den Arbeiter_Innen geschadet werden. Das würde aber nur dann stimmen, wenn keine „Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Abhängigkeiten“ bestünden und die extrem hohen Gewinne gleich verteilt werden würden.

Die reichsten 10 % besitzen zusammen 85 % des Weltvermögens. Im Gegensatz dazu besitzen die ärmeren 50 % der Weltbevölkerung zusammen nur 1 % des weltweiten Vermögens. Hierdurch wird klar, dass das Eigentumsrecht von materiellem Vermögen, im derzeitigem System oberste Priorität hat.

Um sich dem Ideal „Alles für Alle“ zu nähern gehört  viel mehr dazu. Solche Gesetze, besonders bei wirtschaftlicher Ungleichverteilung zu übertreten ist aber nichts Falsches.