Repression gegen sich solidarisch zeigende Menschen an Saras Prozesstag

Überwachung/Beschattung – Verdächtigungen/Vorwürfe – Personalienkontrollen/Festnahmen

Am Tag von Saras Berufungsprozess überschlugen sich die Ereignisse in Cottbus. Der folgende Artikel soll einen Überblick zu den Repressionsmaßnahmen am 22.März gegen Sara und das Projekt LAUtonomia sowie Unterstützer*innen geben.

Auf dem Weg …

Bereits auf dem Weg zum Landgericht wurden Unterstützer*innen, die das Berufungsverfahren in der Sache Ladendiebstahl im geringfügigen Wert verfolgen wollten, von Zivilbeamt*innen beschattet. Kurz vor dem Gericht stoppten die Polizist*innen in Zivil zwei der Unterstützer*innen. Sie warfen ihnen vor bei geschlossener Schranke eine Bahnübergang überquert zu haben und verlangten die Personalien der betroffenen Personen. Weiter verdächtigten sie eine der beiden Personen an dem Diebstahl, für den die LAUtonomia Aktivistin Sara bereits einen Monat in Haft saß, beteiligt gewesen zu sein. Da sich die andere Person nicht ausweisen konnte, wurde sie durchsucht und ihr dafür ihre Oberkleidung genommen und nur nach Angabe von Name, Adresse, etc. Stück für Stück zurück gegeben. Für diesen Vorgang hatten die vier Zivis zwei Streifenwagen zur Unterstützung angefordert.

… zum Prozess

Auch vor Gericht bei der öffentlichen Berufungsverhandlung waren die interessierten Zuschauer*innen starken Eingangskontrollen ausgesetzt: Personalien wurden aufgenommen und die Ausweisdokumente kopiert, Zivis und Kripo saßen im Publikum.

Die Angeklagte wurde in Handschellen in den Gerichtssaal geführt und in der fünfzehnminütigen Pause auch in Handschellen wieder abgeführt, um die Pause in einer Zelle im Gerichtskeller zu verbringen, damit jeglicher Kontakt zu Zuschauer*innen unterbunden werden konnte.

Saras Anwältin sprach sich dafür aus, dass unangemessen hohe Strafmaß auf 30 Tagessätze herabzusetzen. Die Staatsanwaltschaft (StA) dagegen beharrte darauf ein Exempel zu statuieren und hielt die Freiheitsstrafe von 2 Monaten für angemessen. Die Argumentation der StA war, dass die Strafe höher als gewöhnlich angesetzt sein müsse, da die Angeklagte anonym in Haft sei. Die StA befürchtete, dass Menschen sich so der justiziellen Strafe entziehen könnten und der staatliche Machtapparat seine Kontrolle verliere. Die StA fügte an, dass sie mit den Kölner Kollegen in Verbindung und im Austausch stünden.

Die Richterin stimmte mit der Verteidigung überein und senkte das Haftmaß auf einen Monat. Da Sara bereits einen Monat in Haft saß, sei die Strafe somit vollständig abgesessen und Sara könne das Gericht als freie Frau verlassen.

Darauf hin steht eine*r der Beamt*innen von den Zuschauer*innenplätzen auf und legt einen weiteren Wisch der Richterin vor mit der Aussage, dass ein weitere Haftbefehl bestünde. Der Haftbefehl wird weder verlesen, noch weiß Sara, was ihr vorgeworfen wird und warum sie wieder zurück in die JVA muss. Auch die Richterin nennt hierfür keine Gründe. Die Gründe der Festnahme sind Menschen innerhalb des Gerichtsaals mit Ausnahme der Polizei unbekannt.

Sie wird in Handschellen abgeführt.

Parallel machen sich die ersten Zuschauer*innen auf Richtung Tür und Zivil-, Justiz- und Polizeibeamt*innen hindern sie am Verlassen des Saales. Einer der Zuschauer*innen wird festgehalten und verhaftet. Nach Aussagen eines Zivis vor Ort, bestehe ein Haftbefehl gegen die Person. Die Person ist unter dem Namen „Huba“ bekannt und auch im Braunkohlewiderstand im Rheinland aktiv. Mehr Informationen zu seiner Festnahme auf ABC Rheinland.

Die Situation von Sara ist zurzeit sehr unklar und es kursieren sich widersprechende Informationen. Solidarische Menschen und Anwälte sind bemüht ihre Situation aufzuklären.

Sobald es gesicherte Informationen gibt, werden diese online gestellt.

3 Gedanken zu „Repression gegen sich solidarisch zeigende Menschen an Saras Prozesstag“

  1. Hallo … und dran denken (falls noch nicht geschehen): Von der Bloggomanie haben die Betroffenen nix. Bringt ein paar Leute von Euch als (Laien-)Verteidiger_innen durch, dann müsst Ihr nicht mehr nur vor dem Knast rumstehen, sondern könnt beliebig oft, beliebig lange und mit allem möglichen Material die Menschen da drin besuchen.

  2. Was ist denn nu mit Sara? Ist sie noch im Knast und wie kann mensch ihr schreiben? Wär doch schade, wenn sie wegen zu wenig Infos aufm Blog, weniger Briefe bekäme…
    Gibts mittlerweile denn Neuigkeiten, warum sie wieder eingesperrt wurde?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.