Offener Brief an Sara

Seit dem 22. Februar sitzt unsere Freund_in Sara in Haft – das haben Menschen LAUtonomia zum Anlass genommen, ihr einen offenen Brief zu schreiben, um unsere Gedanken zu ihr auch für euch sichtbar zu machen.

Liebe Sara,

du sitzt jetzt schon fast einen Monat im Knast Lukau-Duben, nach dem Willen des Richters sollen es zwei Monate werden. Und das wegen eines Vorwurfs, der ganz schön lächerlich ist: dir wird vorgeworfen, für nicht
mal einen Fuffi Material im Baumarkt mitgenommen zu haben, ohne zu bezahlen.

Offensichtlich aber wirst du allein dafür bestraft, dass du deine Personalien nicht angeben wolltest. Wir denken die ganze Zeit an deine Situation und warten auf den Tag, an dem du endlich wieder draußen und bei uns bist. Dann bekommst du auch wieder die Sonne zu sehen, was dein
unfreiwilliger Aufenthalt im Knast dir gerade verwehrt.

Wahrscheinlich freut es dich zu hören, dass es am Tagebau Nochten eine neue Waldbesetzung gibt – drei Plattformen in den Bäumen und eine Küchenplattform wurden schon gebaut. Täglich kommen Besucher*innen von
überall her zur Besetzung. Wir freuen uns schon darauf, dich dort zu sehen sobald du draußen bist!

Was für ein bescheuertes System muss das sein, in dem eine Person, die für eine bessere Welt kämpfen will, in den Knast geworfen wird, nur, weil sie sich weigert, ihre Personalien anzugeben! Ein System, wo Papiere und Pässe die Voraussetzung dafür sind, recht (und Bleiberecht) zu bekommen und wie ein Mensch leben zu können.

Wir möchten dich bei den Entscheidungen, die du getroffen hast und die du noch treffen wirst unterstützen und wünschen dir viel Kraft, diese
Zeit durchzuhalten. Wir freuen uns, dich bald wiederzusehen, denn wir wollen mit dir gemeinsam für eine Welt ohne Knäste kämpfen!

Liebe Sara, du bist nicht allein!

Wir sind in Gedanken bei dir,
LAUtonomia

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